St. Josef Krankenhaus

Daten und Fakten

Geburten pro Jahr 3416
Dammschnitt (Episiotomierate) bei natürlichen Geburten 4 %
Kaiserschnittrate 23 %
Anteil geplante (primäre) Kaiserschnitte 41 %
Anteil ungeplante (sekundäre) Kaiserschnitte 59 %
Rückenmarksnarkose (Peridural-/Spinalanästhesierate) bei Kaiserschnitt 88 %
(Jahr 2019)
Aus welchen fest angestellten Berufsgruppen besteht Ihr Team neben Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonal und Hebammen? verfügbar
Psychologinnen und Psychologen
Physiotherapeutinnen und Psychotherapeuten
Diätologinnen und Diätologen
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
Angebote für werdende Mütter
Angebot verfügbar kostenfrei
Schwangerschaftsgymnastik
Geburtsvorbereitungskurse
Psychologische / Psychosomatische Ambulanz bzw. Beratung
Akupunktur
Homöopathie
Einzelgespräch mit Hebammen
Wieviele Geburtszimmer gibt es?: 4
Wie sind diese standardmäßig ausgestattet? verfügbar
Gebärhocker
Geburtsrad
Pezzi-Ball
Sprossenwand
eigene Nasseinheit / WC
Anzahl der Gebärwannen:1
Betreuung ab Schwangerschaftswoche:34
Angebot verfügbar
Ist an Ihrer Abteilung eine hebammengeleitete Geburt möglich?
Ist an Ihrer Abteilung eine Wahlhebammengeburt möglich?
Ist rund um die Uhr ein/e NeonatologIn vor Ort?
Ist eine Peridural- bzw. Spinalanästhesie jederzeit möglich?
Angebote für Mütter und Neugeborene
Angebot verfügbar kostenfrei
Klinische Untersuchung des Neugeborenen
Hüftultraschall
Hörtest
Laserbehandlung bei wunden Brustwarzen
Sozialberatung
Stillberatung
Ernährungsberatung
Psychologische Betreuung bei postpartalen Problemen
Wochenbettgymnastik
Rückbildungsgymnastik
Stillgruppe
Babyturnen
Babymassage
Anzahl der Familienräume: 3
Anzahl der Wöchnerinnen Zimmer
Allgemeinklasse
Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer 10
Drei- oder Vier-Bett-Zimmer 2
Fünf oder mehr Betten 0
Sonderklasse
Ein-Bett-Zimmer 5
Zwei-Bett-Zimmer 2
routinemäßige Entlassung nach einer Spontangeburt in Tagen3
routinemäßige Entlassung nach einem Kaiserschnitt in Tagen5

1. Beschreiben Sie bitte die geburtshilfliche Philosophie Ihrer Abteilung.

Im Rahmen unseres Eltern-Kind-Zentrums, bestehend aus einer großen Geburtshilfe und einer Kinderabteilung mit Neonatologie, bieten wir ein breites Angebot rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt. Trotz der Größe unserer Abteilung – mit mehr als 3.5000 Geburten pro Jahr sind wir die größte Geburtsklinik Wiens – bieten wir den werdenden Müttern eine sehr individuelle Betreuung in einem liebevollen Umfeld. Auf unserer Neonatologie betreuen wir Frühgeborene ab der 28. Schwangerschaftswoche.

Unsere Philosophie ist einfach: Wir lassen der Natur größtmöglichen Entfaltungsspielraum – und können dabei jederzeit auf das Sicherheitsnetz der modernen Medizin zurückgreifen. Wir bieten die Möglichkeit zur „hebammengeleiteten Geburt“: Solange die Geburt unauffällig verläuft und medizinische Parameter normal sind, werden Sie von unserem Hebammenteam betreut; eine Ärztin bzw. ein Arzt können jederzeit beigezogen werden. Weiters sind wir einige der wenigen Geburtskliniken, in denen Fachärztinnen und Fachärzte mit langjähriger Erfahrung in der Spontanentbindung bei Beckenendlage arbeiten.

Nach Möglichkeit gehen wir auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der werdenden Mütter in der Schwangerschaft sowie während und nach der Geburt ein. Sie finden in unserem Haus eine Reihe an Möglichkeiten, um die Geburt ihres Kindes ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten und zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Dabei setzen wir auf fachlich kompetente Betreuung, menschliche Zuwendung und ein medizinisches Angebot auf höchstem Niveau.

2. Beschreiben Sie bitte möglichst aus Sicht der Frau, wie eine problemlose Geburt an Ihrer Abteilung abläuft.

Nach der Erstuntersuchung (inkl. CTG) wird die Mutter von einer Hebamme in ein Kreißzimmer begleitet. Während des Geburtsverlaufs gehen wir auf ihre Wünsche ein; sie soll das erhalten, was ihr guttut. Sie kann die Gebärposition selbst auswählen, ein Entspannungsbad nehmen oder das Angebot warmer Wickel und Massagen nutzen. Die Herztöne des Kindes werden regelmäßig überwacht, der Muttermund bei Bedarf untersucht. Sind die Schmerzen zu groß, stehen Mittel der Alternativmedizin, schmerzlindernde Medikamente oder ein Kreuzstich (PDA) zur Verfügung. Insgesamt versuchen wir, dem natürlichen Prozess seinen Lauf zu lassen und in den Verlauf der Geburt nicht zu sehr einzugreifen.

Der Vater des Kindes oder eine andere Vertrauensperson können bei der Geburt unterstützen und motivieren. Dimmbares Licht, Musik oder Aromaöle sorgen für eine heimelige Atmosphäre. Bei einer problemlosen Geburt erfolgt die Betreuung ausschließlich durch eine Hebamme, während der letzten Minuten ist auch eine Ärztin oder ein Arzt dabei. Für den Fall von Komplikationen sind Gynäkologen, Anästhesistinnen und Anästhesisten sowie Kinderärztinnen und Kinderärzte rund um die Uhr im Krankenhaus anwesend und rufbereit.

Ist das Kind geboren, halten wir uns dezent im Hintergrund, um der neuen Familie ein ungestörtes erstes Kennenlernen zu ermöglichen („Bonding“). Das Neugeborene liegt auf dem Bauch der Mutter, auch das erste Anlegen findet in dieser Zeit statt. Nach der Geburt kommen Mutter und Kind zur Weiterbetreuung auf die Station mit Rooming-in. Handelt es sich um eine ambulante Geburt, können die beiden wenige Stunden nach der Geburt direkt aus dem Kreißzimmer entlassen werden.

3. Wie ist der Umgang Ihrer Abteilung mit dem Thema Wunsch-Kaiserschnitt?

Im St. Josef Krankenhaus Wien ist es uns ein besonderes Anliegen, Frauen eine natürliche Geburt zu ermöglichen und sie auf diesem Weg gut zu unterstützen. Wir sind bestrebt, einen Kaiserschnitt nur bei medizinischer Notwendigkeit durchzuführen. Nach einem ausführlichen Patientengespräch und dem Abwägen von Risikofaktoren ist ein Kaiserschnitt aus nicht-medizinischen Gründen ebenfalls möglich.

4. Wie ist die Einbindung der Begleitperson während des Geburtprozesses (auch bei Kaiserschnitt) organisiert?

Eine Vertrauensperson (der Vater des Kindes oder eine andere enge Bezugsperson) kann die werdende Mutter während des gesamten Geburtsprozesses begleiten. Dies wird von den Frauen meist als sehr wertvolle Unterstützung wahrgenommen. Eine durchgehende Anwesenheit der Begleitperson ist in der Regel auch im Falle eines Kaiserschnitts möglich.

5. Inwieweit kann die Frau die Gebärposition auswählen?

Grundsätzlich kann und soll im St. Josef Krankenhaus Wien die werdende Mutter die Geburtsposition frei wählen. Aus Gründen der Physiologie versuchen wir jedoch die aufrechte Gebärposition zu fördern. Die Gebärposition kann nur dann nicht frei gewählt werden, wenn aufgrund von Komplikationen Interventionen nötig sind.

6. Beschreiben Sie bitte, wie der Umgang mit Schmerzen gehandhabt wird.

Wir versuchen zunächst, die Frau so zu motivieren und zu unterstützen, dass sie mit dem Geburtsschmerz ohne die Gabe von Medikamenten gut zurechtkommt. In vielen Fällen reicht die schmerzdämpfende Wirkung der (Glücks-)Hormone, die bei der Geburt produziert werden.

Wird der Geburtsschmerz zu stark, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, von Mitteln der Alternativmedizin (Homöopathie, Akupunktur, Bachblüten) über schmerzlindernde Medikamente bis hin zum Kreuzstich (PDA). Grundsätzlich versuchen wir auch beim Thema Schmerz so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig in den physiologischen Prozess einzugreifen.

7. Wie wird dem "Wohlfühlfaktor" während der Geburt Rechnung getragen?

Während des gesamten Geburtsprozesses achten wir darauf, dass die werdende Mutter sich wohlfühlt und sie das erhält, was ihr guttut. Die Frauen können selbst wählen, welche Kleidung sie tragen, welche Geburtsposition sie einnehmen, und wie sie mit dem Geburtsschmerz umgehen möchten. Sie erhalten für die Geburt ihres Kindes die Zeit, die sie brauchen. Eine Begleitperson kann die ganze Zeit anwesend sein und die Frau motivieren und unterstützen.

Unsere Kreißzimmer zeichnen sich durch eine ruhige, wohnliche Atmosphäre mit viel Holz und indirekter Beleuchtung aus und sind mit verdeckter HighTech-Ausrüstung für den medizinischen Notfall ausgestattet.

Fast alle Räume sind mit einer Couch ausgestattet, sodass sich auch der Partner bzw. die Begleitperson ausruhen kann. Dimmbares Licht, selbst mitgebrachte Musik oder Aromaöle sorgen ebenfalls für das Wohlbefinden der werdenden Mutter. Die Intimsphäre wird durch ein strenges Besucherverbot im Kreißzimmerbereich geschützt.

8. Wie steht Ihre Abteilung zur Anwendung von komplementärmedizinischen Methoden (Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie, ect.)?

Im St. Josef Krankenhaus Wien werden komplementärmedizinische Methoden gefördert und auf Wunsch gerne angewendet. Um den Frauen den Umgang mit dem Geburtsschmerz zu erleichtern, setzen wir neben schmerzlindernden Medikamenten oder Kreuzstich (PDA) häufig auch komplementärmedizinische Methoden wie Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie oder Bachblüten ein.

Akupunktur wird von vielen Frauen auch zur Vorbereitung auf die Geburt oder zur Behandlung von Schwangerschaftsbeschwerden (Sodbrennen, Übelkeit, Wassereinlagerungen etc.) angewendet. Im Wochenbett werden die Kinder bei Bedarf homöopathisch behandelt.

9. Wie wird an Ihrer Abteilung das Bonding (Beziehungsaufbau) nach Spontangeburt bzw. nach Kaiserschnitt unterstützt?

Ist das Baby geboren, halten wir uns dezent im Hintergrund, um der neuen Familie ein ungestörtes erstes Kennenlernen zu ermöglichen. Dabei liegt das Neugeborene warm zugedeckt und in direktem Hautkontakt auf dem Bauch der Mutter, auch das erste Anlegen findet in dieser Zeit statt. Erst danach werden die Babys gewogen und gemessen.

In jedem Zimmer befindet sich eine Versorgungseinheit für das Neugeborene, sodass auch nach der Geburt Mutter und Kind (gemeinsam mit der Begleitperson) die ganze Zeit zusammenbleiben können. Etwa zwei bis drei Stunden nach der Geburt verlassen Mutter und Kind den Kreißzimmerbereich.

Im St. Josef Krankenhaus Wien wird zusätzlich das sogenannte Sectio Bonding durchgeführt: Auch bei einem Kaiserschnitt – geplant oder ungeplant – wird das Kind direkt nach der Geburt und noch im Operationssaal warm zugedeckt auf die Brust der Mutter gelegt. Damit kann auch bei einem Kaiserschnitt der Kennenlernprozess unmittelbar nach der Geburt des Kindes stattfinden, und die Mutter-Kind-Bindung wird nicht unterbrochen.

10. Welche Unterstützung gibt es an Ihrer Abteilung für Frauen, denen es während oder nach der Geburt psychisch oder sozial nicht gut geht?

Eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter der MA 11 ist zweimal in der Woche im St. Josef Krankenhaus Wien und unterstützt Frauen bei rechtlichen, finanziellen oder auch persönlichen Fragen.

Leiden die Frauen unter psychischen Belastungen und/oder psychischen Problemen, stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Psychotherapie und klinische Psychologie sowohl vor als auch nach der Geburt gerne zur Verfügung. Weitere Unterstützung und Gesprächsangebote bietet auch die Krankenhausseelsorge im St. Josef Krankenhaus Wien.

Haben Frauen einen speziellen Betreuungsbedarf, erhalten Sie bei uns Informationen über externe Einrichtungen und Spezialistinnen oder Spezialisten, die Unterstützung bieten können.

11. Wie steht Ihre Abteilung zur Inanspruchnahme von Rooming in?

Ein besonderes Anliegen ist uns, den intensiven Kontakt zwischen Mutter und Kind von Geburt an zu fördern. Daher bieten wir im St. Josef Krankenhaus Wien durchgehend Rooming-in. Dies bedeutet, dass Mutter und Kinder immer beisammen sind, Tag und Nacht. Dies erzeugt große Nähe, und das Baby kann nach Bedarf gestillt werden. Bei Fragen oder Unsicherheiten stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit zur Verfügung.

12. Welchen Zugang hat Ihre Abteilung zum Thema Stillen?

Stillen ist im St. Josef Krankenhaus Wien ein sehr wichtiges Thema. Stillen ist viel mehr als Ernährung – Mütter geben ihrem Baby dadurch Wärme, Sicherheit und Geborgenheit.

Im Rahmen ihres Aufenthaltes im St. Josef Krankenhaus Wien erhalten die Mütter die Gelegenheit, das richtige Anlegen zu üben und die Trinkgewohnheiten ihres Kindes kennenzulernen. Bei Fragen oder Problemen erhalten sie Hilfe und Unterstützung durch unsere nach IBCLC (International Board Certified Lactation Consultants) zertifizierten Stillberaterinnen und unsere bestens geschulten Mitarbeiterinnen, die die Frauen im Wochenbett betreuen.

13. Inwieweit wird an Ihrer Abteilung auf kulturelle Wünsche/Anforderungen eingegangen?

Im St. Josef Krankenhaus Wien bieten wir allen Frauen, unabhängig von Herkunft und Kultur, die Möglichkeit, in einer sehr persönlichen und familiären Atmosphäre ihr Kind zur Welt zu bringen. Auf individuelle Bedürfnisse versuchen wir so gut und weit wie möglich einzugehen. Möchte beispielsweise eine Frau nur von weiblichem medizinischem Personal behandelt werden, versuchen wir diesen Wunsch – soweit organisatorisch möglich – zu erfüllen.

14. Wie geht Ihre Abteilung mit dem Thema Fremdsprachlichkeit um?

Zur besseren Verständigung mit unseren (werdenden) Müttern können wir auf fremdsprachiges Personal zurückgreifen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Eltern-Kind-Zentrums am St. Josef Krankenhaus Wien decken viele Sprachen ab, von Arabisch bis Ungarisch. Zusätzlich ist die Einführung von Videodolmetschen geplant.

15. Wie steht Ihre Abteilung zur ambulanten Geburt bzw. zur frühen ("vorzeitigen") Entlassung?

Für Mütter, die auf die Sicherheit eines Krankenhauses nicht verzichten, aber bald wieder in das gewohnte Umfeld zurückkehren möchten, bieten wir die Möglichkeit der ambulanten Geburt.

Verläuft die Geburt ohne Komplikationen, kann die Frau wenige Stunden später mit ihrem Kind nach Hause gehen. Voraussetzung ist, dass die beiden auch zu Hause von einer Hebamme nachbetreut werden. Dafür steht ein großer Pool an freiberuflichen Hebammen sowie teilweise auch Mitarbeiterinnen aus dem Team des St. Josef Krankenhauses zur Verfügung. Darüber hinaus ist ein Besuch bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt innerhalb der ersten Lebenswoche des Neugeborenen notwendig, um die erste kinderärztliche Mutter-Kind-Pass-Untersuchung durchführen zu lassen.