Pränatal-Diagnostik

Was ist Pränatal-Diagnostik?

Spezielle Untersuchungen während der Schwangerschaft zeigen die Entwicklung Ihres Kindes. So kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mögliche Erkrankungen oder Fehlbildungen bei Ihrem Baby frühzeitig erkennen oder ausschließen. Neben den Vorsorge-Untersuchungen im Mutter-Kind-Pass gibt es weitere Untersuchungen, die Sie in der Regel selbst bezahlen müssen.

Manche Krankenhäuser bieten diese Untersuchungen jedoch kostenlos an. Für weitere Fragen oder eine persönliche Beratung steht Ihnen auch Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zur Verfügung.

Meistens dienen pränatal-diagnostische Untersuchungen der Beruhigung der Eltern. In manchen Fällen stellen sie die werdende Mutter oder die werdenden Eltern aber auch vor wichtige Fragen. Zum Beispiel müssen Sie entscheiden, ob bei einem auffälligen Ergebnis weitere Untersuchungen durchgeführt werden sollen, die auch mit einem Risiko verbunden sind.

Wussten Sie, dass etwa 97 von 100 Kindern gesund und ohne Behinderung zur Welt kommen? Bevor Sie einer Untersuchung zustimmen, sollten Sie sich trotzdem überlegen: Was tun Sie, wenn Ihr Baby vielleicht eine schwere Erkrankung oder Behinderung hat? Bei einer schweren Behinderung ist ein Schwangerschafts-Abbruch in Österreich auch nach dem 3. Schwangerschafts-Monat erlaubt. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über pränatal-diagnostische Untersuchungen informieren oder wenden Sie sich an eine der Beratungsstellen.

Pränatal-Diagnostik – wo?

Falls Sie sich für eine Pränatal-Diagnostik anmelden möchten, wenden Sie sich bitte an die  entsprechende Abteilung folgender öffentlicher Krankenhäuser:

Für weitere Fragen oder eine persönliche Beratung steht Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zur Verfügung.

Welche Untersuchungen gibt es?

Nach etwa 12 bis 14 Schwangerschafts-Wochen ist Ihr Kind schon sehr weit entwickelt. Mit einer genauen Ultraschall-Untersuchung kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt größere Auffälligkeiten und Fehlbildungen entdecken oder ausschließen.

Erst-Trimester-Untersuchungen

Nackenfalten-Messung (11. bis 14. Schwangerschafts-Woche)
Bei einer Ultraschall-Untersuchung misst Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wie dick die Nackenfalte Ihres Babys ist. So bekommt man Hinweise auf eine Chromosomen-Störung wie zum Beispiel das Down-Syndrom. Je dicker die Nackenfalte ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlbildung oder Chromosomen-Störung. Aber auch bei auffälliger Nackendicke kann das Kind vollkommen gesund sein.

Combined-Test (11. bis 14. Schwangerschafts-Woche)
Bei diesem Test macht man ebenfalls eine Nackenfalten-Messung und zusätzlich eine Hormon-Analyse. Dafür wird Ihnen Blut abgenommen. Dieser Test dient auch der Abschätzung, wie hoch das Risiko für ein Down-Syndrom und andere Chromosomen-Störungen ist.

Beide Erst-Trimester-Untersuchungen sind für Sie und Ihr Kind ungefährlich, weil die Ärztin oder der Arzt nicht in den Körper der Frau eingreift.

Wenn diese Untersuchungen auffällige Ergebnissen zeigen, können weitere Untersuchungen klären, ob eine Chromosomen-Störung vorliegt. Bei dieser sogenannten „Invasiven Diagnostik“ muss die Ärztin oder der Arzt allerdings einen Eingriff in der Fruchthöhle vornehmen. Diese Untersuchungen heißen Chorionzotten-Biopsie und Amniozentese. Sie geben genaue Hinweise auf genetische Veränderungen, aber sie bringen auch ein kleines Risiko mit sich: Von 200 Frauen, die untersucht werden, kommt es bei etwa 1 bis 2 Frauen zu einer Fehlgeburt.

Bei einem hohen Risiko im Combined Test besteht auch die Möglichkeit einer nicht invasiven Untersuchung durch eine Blutabnahme bei der Mutter. Aus dem Blut der Mutter kann die DNA des Kindes analysiert werden (NIPT Test) und eine genetische Krankheit wie Trisomie 21 (=Down Syndrom) entdeckt werden. Diese Untersuchung ist für die Patientin kostenpflichtig und wird im Krankenhaus nicht routinemäßig durchgeführt.

Chorionzotten-Biopsie (11. bis 14. Schwangerschafts-Woche)
Für eine Chorionzotten-Biopsie entnimmt die Ärztin oder der Arzt Gewebe aus der Plazenta. Das geschieht mit einer dünnen Nadel durch die Bauchdecke der Mutter. Einige Tage nach der Untersuchung erfahren Sie, ob Ihr Kind eine Chromosomen-Störung hat oder nicht. Falls eine Chromosomen-Störung vorliegt, zeigt die Untersuchung auch, welche Störung das ist.

Amniozentese oder Fruchtwasser-Punktion (16. bis 20. Schwangerschafts-Woche)
Bei dieser Untersuchung entnimmt die Ärztin oder der Arzt Fruchtwasser aus der Fruchtblase. Das geschieht mit einer dünnen Nadel durch die Bauchdecke und die Fruchtblase.

Zweites Drittel der Schwangerschaft

Organ-Screening (20. bis 24. Schwangerschafts-Woche)
Beim so genannten Organ-Ultraschall wird das ungeborene Kind mit Ultraschall gründlich untersucht. Die Ärztin oder der Arzt sieht dabei alle Organe und ihre wesentlichen Funktionen wie auf einem Bild. Besonders wichtig sind dabei das Gehirn, das Gesicht, die Wirbelsäule, das Herz, der Magen-Darm-Trakt, die Nieren, Arme und Beine.