Besondere Situationen

Körperliche, seelische und sexuelle Gewalt

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass 1 von 3 Frauen in Österreich Gewalt erlebt. Fast jede zweite Frau, die während einer gewalttätigen Beziehung schwanger wird, erlebt diese Situation auch während der Schwangerschaft. Das ist nicht nur für die Frau, sondern auch für das Kind sehr gefährlich.

Gewalt in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für

  • frühzeitige Wehen
  • niedriges Geburtsgewicht des Babys
  • Verletzungen beim Baby
  • Fehlgeburten
  • Depression der Mutter

Schämen Sie sich nicht, wenn Sie daheim Gewalt erleben! Es gibt in Wien viele Stellen, die Unterstützung und Hilfe für Frauen mit Gewalt-Erfahrungen bieten. Diese Hilfe ist anonym und kostenlos.

Egal, ob Sie selbst oder Schwangere in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis von Gewalt betroffen sind – sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin, Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme über Ihre berechtigten Sorgen! Oder nützen Sie die anonyme Beratung bei einem Beratungszentrum.

Denn: Es geht um Sie und um die Zukunft und Gesundheit Ihres Kindes!

Genital-Verstümmelung (auch Female Genital Mutilation, kurz: FGM)

Die Welt-Gesundheits-Organisation WHO erklärt weibliche Genital-Verstümmelung so:
„alle Verfahren, die eine teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren Genitalien zum Ziel haben, sei es aus kulturellen oder anderen nicht-therapeutischen Gründen.“ Damit ist gemeint: jede Verletzung der weiblichen Geschlechtsteile, die nicht medizinisch notwendig ist.

Die österreichischen Gesetze verbieten die Verstümmelung der weiblichen Genitalien. Sie gilt als schwere Körperverletzung und als grobe Menschenrechtsverletzung.

Im österreichischen Strafrecht steht, dass man in eine Genital-Verstümmelung auch nicht einwilligen kann (§ 90 Abs. 3 StGB). Das können weder Eltern für ihre Kinder tun noch eine volljährige Frau für sich selbst.

Achtung! Genital-Verstümmelungen führen zu vielen Beschwerden gleich nach dem Eingriff und auch zu schweren Folgen auf lange Dauer. Dazu gehören zum Beispiel sexuelle Funktions-Störungen, häufige Infektionen, Komplikationen bei Geburten und schwere, lebenslange psychische Verletzungen.

Achtung, wenn Sie ein Mädchen zur Welt bringen! Es ist in Österreich streng verboten, dass Mädchen beschnitten werden.

Sollten Sie von Genital-Verstümmelung betroffen sein, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder an folgende Beratungsstellen: