Wilhelminenspital

Daten und Fakten

Geburten pro Jahr 1679
Dammschnitt (Episiotomierate) bei natürlichen Geburten 17.6%
Kaiserschnittrate 28.5%
Anteil geplante (primäre) Kaiserschnitte 40.3%
Anteil ungeplante (sekundäre) Kaiserschnitte 59.7%
Rückenmarksnarkose (Peridural-/Spinalanästhesierate) bei Kaiserschnitt 90.4%
(Jahr 2015)
Aus welchen fest angestellten Berufsgruppen besteht Ihr Team neben Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonal und Hebammen? verfügbar
Psychologinnen und Psychologen
Physiotherapeutinnen und Psychotherapeuten
Diätologinnen und Diätologen
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
Angebote für werdende Mütter
Angebot verfügbar kostenfrei
Schwangerschaftsgymnastik
Geburtsvorbereitungskurse
Psychologische / Psychosomatische Ambulanz bzw. Beratung
Akupunktur
Homöopathie
Einzelgespräch mit Hebammen
Wieviele Geburtszimmer gibt es?: 4
Wie sind diese standardmäßig ausgestattet? verfügbar
Gebärhocker
Geburtsrad
Pezzi-Ball
Sprossenwand
eigene Nasseinheit / WC
Anzahl der Gebärwannen:0
Betreuung ab Schwangerschaftswoche:26
Angebot verfügbar
Ist an Ihrer Abteilung eine hebammengeleitete Geburt möglich?
Ist an Ihrer Abteilung eine Wahlhebammengeburt möglich?
Ist rund um die Uhr ein/e NeonatologIn vor Ort?
Ist eine Peridural- bzw. Spinalanästhesie jederzeit möglich?
Angebote für Mütter und Neugeborene
Angebot verfügbar kostenfrei
Klinische Untersuchung des Neugeborenen
Hüftultraschall
Hörtest
Laserbehandlung bei wunden Brustwarzen
Sozialberatung
Stillberatung
Ernährungsberatung
Psychologische Betreuung bei postpartalen Problemen
Wochenbettgymnastik
Rückbildungsgymnastik
Stillgruppe
Babyturnen
Babymassage
Anzahl der Familienräume: 0
Anzahl der Wöchnerinnen Zimmer
Allgemeinklasse
Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer
Drei- oder Vier-Bett-Zimmer
Fünf oder mehr Betten
Sonderklasse
Ein-Bett-Zimmer
Zwei-Bett-Zimmer
routinemäßige Entlassung nach einer Spontangeburt in Tagen3
routinemäßige Entlassung nach einem Kaiserschnitt in Tagen5

1. Beschreiben Sie bitte die geburtshilfliche Philosophie Ihrer Abteilung.

Unsere geburtshilfliche Philosophie: So natürlich wie möglich, so sicher wie nötig (wir haben alle Möglichkeiten einer perinatalmedizinischen- neonatologischen Notfallmedizin). Selbst in einem hochtechnisierten Kreißsaal ist die Geburt eine einmalige und beglückende Erfahrung für Mutter, Vater und die gesamten Familie. Als solche ist sie eine wesentliche Voraussetzung für ein gelungenes Bonding, eine gute frühe Mutter – Kind-Beziehung.

So bieten wir zum Beispiel in einem Gesamtpaket das Management der Geburt aus Beckenendlage (Steißgeburt) nach den Wünschen der Schwangeren inklusive äußerer Wendung und bei entsprechenden medizinischen Voraussetzungen auf Wunsch der Gebärenden auch die Spontangeburt an.

Wir möchten Frauen bei Ihrer Geburt unterstützen, Ihnen ein sogenanntes Empowerment ermöglichen. Dies bezieht sich nicht nur auf die Vermeidung von unnötigen Interventionen und invasiven Eingriffen in den Geburtsvorgang, sondern auch auf die Nachhaltigkeit im gesamten Leben einer Frau und ihres Kindes / ihrer Kinder.

Wir haben eine psychosomatische Grundhaltung und verstehen unser medizinisches Handeln alsivon Indikationen geleitet, d.h. für medizinische Interventionen auch im Kreissaal muß es einen medizinischen Grund geben.

Eingriffe sind mit Risiken und Folgen verbunden. Diese möchten wir möglichst gering halten.

Vorangegangene Kaiserschnitte können Konsequenzen haben:

  • In Hinblick auf die Fruchtbarkeit (man wird unter Umständen schwerer wieder schwanger).
  • In Hinblick auf die nachfolgenden Schwangerschaftsverläufe und Geburten (Fehleinnistungen des Mutterkuchens und Rupturgefährdung der Gebärmutter aufgrund von Narben).
  • Postoperative sowie auch lang anhaltende Schmerzen.

Es ist unserer Aufgabe, eine sichere Geburt zu ermöglichen und gleichzeitig dauerhafte negative Folgen zu vermeiden.

2. Beschreiben Sie bitte möglichst aus Sicht der Frau, wie eine problemlose Geburt an Ihrer Abteilung abläuft.

Die Geburt ist ein von der Natur hormonell abgestimmter Prozess, der durch ein komplexes Zusammenspiel von Botenstoffen, die teils von der Mutter und teils vom Kind gebildet werden, gesteuert wird. Dazu gehören z.B.: Oxytocin und Endorphine, die Schmerzen dämpfen und Energie zur Verfügung stellen. Sie wirken auch entspannend, Stress mindernd und für manche Frauen sogar euphorisierend. Sie helfen der Gebärenden, die Wehen zu bewältigen. Sie unterstützen auch das Kind, sich nach der Geburt an die Außenwelt anzupassen. Sie bringen die Milchbildung für das Stillen in Gang und fördern die Bindung zwischen Mutter und Kind.
Die Hormonproduktion ist aber auch anfällig für Störungen und bedarf wichtiger Voraussetzungen für ihr Funktionieren: Selbstvertrauen der Gebärenden sowie Vertrauen in Hebammen und GeburtshelferInnen in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre.

Konkret bedeutet das:
Nach der Aufnahmeuntersuchung (=Einschätzung ob Geburtsbeginn) kann die Gebärende mit der Begleitperson zwischen den diversen Entspannungsmethoden wählen, wobei der Wunsch nach Bewegungsfreiheit und andere individuelle Wünsche berücksichtigt werden. In regelmäßigen Abständen werden kindliche Herztonkontrollen durchgeführt, vaginale Untersuchungen der Gebärenden soweit notwendig, um den Geburtsfortschritt feststellen zu können.
Die Schmerzmedikation (schulmedizinisch und/oder komplementär) richtet sich nach dem individuellen Bedarf und dem Geburtsfortschritt. Während der Geburtsphasen werden unterschiedliche Positionen angeboten. Die Gebärende wählt die für sie beste. Der /die ÄrztIn wird von der betreuenden Hebamme zur Geburt gerufen. Die Anwesenheit eines Kinderarztes ist bei einer problemlosen Geburt nicht erforderlich (ist aber jederzeit bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit möglich).
Neugeborene angelegt, erst später erfolgt die Erstversorgung durch die Hebamme (Länge, Gewicht…) Anschließend werden Mutter und Kind gemeinsam auf die Wochenbettstation verlegt.

3. Wie ist der Umgang Ihrer Abteilung mit dem Thema Wunsch-Kaiserschnitt?

Der Wunsch nach einem Kaiserschnitt ohne medizinische Indikation (Grund) wird selten an uns herangetragen, wenn aber doch, ist es uns wichtig, die Motivation für den Wunsch nach einem operativen Eingriff an Stelle einer Spontangeburt zu kennen.
Häufig steht hinter einem sogenannten Wunsch die Angst vor einer Spontangeburt, vor Schmerzen und vor Kontrollverlust oder daß dem Kind etwas Schlimmes passieren könnte.
Diese Ängste über Darlegung der Möglichkeiten der Schmerzausschaltung (Epiduralanänasthesie = „Kreuzstich“) zu mindern und eine ganzheitliche Begleitung zur Angstreduktion anzubieten, ist oft schon genug, um den Wunsch nach einem Kaiserschnitt aufzugeben und eine Spontangeburt anzustreben.

Es geht uns um „Informed Decision-Making (informierte Entscheidungsfindung in partnerschaftlicher Perspektive mit der Frau)“. Dazu gehört selbstverständlich die Betonung der Nachhaltigkeit.
Wir klären im Detail über die Folgen von operativen Eingriffen, besonders Kaiserschnitten auf, über etwaige spätere Schwierigkeiten, wieder schwanger zu werden, über schwierigere nachfolgende Schwangerschaften und Geburten, Placenta increta, accreta, percreta (= Einwachsen des Mutterkuchens in die Gebärmutterwand) und über Gebärmutterrupturen.

Wir haben Respekt vor der Autonomie der Frau. Empowerment, also Ermöglichung einer selbstbestimmten Geburt bedeutet Stärkung von Vertrauen in die eigene Gebärkompetenz, eine Spontangeburt mit einer individuellen ganzheitlichen Begleitung schaffen zu können.

Will eine Frau unbedingt und nach ausreichender Aufklärung sowie Angabe von nachvollziehbaren Gründen einen Kaiserschnitt, wird nach einem Gespräch mit Primaria Prof. DDr. Maier diesem Wunsch entsprochen.

4. Wie ist die Einbindung der Begleitperson während des Geburtprozesses (auch bei Kaiserschnitt) organisiert?

Es ist uns wichtig, die Geburt für Mutter, Kind und Vater zu einem ganzheitlich gelungenen Ereignis werden zu lassen.

Die Anwesenheit einer Begleitperson wird von uns begrüßt. Eine vertraute Bezugsperson ist während der Geburt für die Gebärende sehr wichtig. Prinzipiell ist eine kontinuierliche Anwesenheit möglich, in Ausnahmefällen wie in medizinisch heiklen Situationen (wie z.B. im Falle der Durchführung einer Epiduralanästhesie) oder bei individuellen Wünschen der Gebärenden kommt es auch, vor, dass die Begleitperson das Entbindungszimmer verlassen muß.

Wenn die Begleitperson eine Doula ist, halten wir uns an die Vorgaben, die auch auf der Doula-Website festgelegt sind. Um Schnittstellenprobleme zwischen Hebamme und Doula-Begleitung zu vermeiden, haben wir ein Merkblatt für eine gelungene Doula-Begleitung ausgearbeitet. Wir bitten etwaige Doulas sich an dieses zu halten.

Nach der Geburt kann die Begleitperson wenn dies gewünscht wird, die Nabelschnur durchtrennen und nach erfolgtem Bonding bei der Erstversorgung des Neugeborenen durch die Hebamme anwesend sein.

Bei einem Kaiserschnitt ist die Anwesenheit einer Begleitperson im Operationssaal ebenfalls möglich, allerdings muß sie im Vorfeld ein Aufklärungsblatt über das Verhalten im OP-Bereich unterschreiben. Im Falle einer gewünschten oder medizinisch notwendigen Vollnarkose ist dies nicht mehr möglich.

Soweit möglich, führen wir auch bei Kaiserschnitt-Entbindungen ein frühes Bonding durch.

5. Inwieweit kann die Frau die Gebärposition auswählen?

An unserer Abteilung werden alle Gebärpositionen mit Ausnahme der Wassergeburt (momentan keine Gebärbadewanne verfügbar) angeboten.

Wir respektieren den Wunsch der Frau nach Mobilität und Wohlbefinden und unterstützen sie von Beginn an, die für sie die ideale Gebärposition zu finden.

Manchmal kann es notwendig sein, dass das geburtshilfliche Team – um einen kontinuierlichen Geburtsfortschritt zu erzielen – eine bestimmte Gebärposition vorschlägt.

Gebärpositionen:
• Hockergeburt
• Geburt im Vierfüsslerstand
• Geburt in Seitenlage
• Geburt sitzend/hockend/ im Stehen
• Geburt in Rückenlage

6. Beschreiben Sie bitte, wie der Umgang mit Schmerzen gehandhabt wird.

Während der Geburt gibt es die Möglichkeit sowohl über komplementärmedizinische Interventionen wie auch die Gabe von Medikamenten nach Stufenplan eine Schmerzerleichterung herbeizuführen.
Unsere Teams verfolgen engagiert ein für viele unserer Patientinnen wichtiges Ziel: „Das schmerzarme Wilhelminenspital.“
Dieses Ziel erreichen wir mit drei Bausteinen: informierte Patientinnen kennen die Möglichkeiten der Schmerzbehandlung und verlassen sich darauf. Die behandelnden Teams beherrschen ihre Techniken auf dem bestmöglichen Stand, die Behandlungsformen stehen zu jeder Zeit zur Verfügung. Hierfür halten wir in unserem Krankenhaus zu jeder Zeit Personal vor.

Schmerzbehandlung im Kreissaal:
Unsere Abteilung ist spezialisiert auf die Anlage von Epiduralkathetern. Wir bieten diese Möglichkeit zur schmerzarmen Entbindung an. Voraussetzung ist eine frühzeitige Information über Möglichkeiten und Risiken dieses Verfahrens. Diese Information wird 1x pro Woche in der Anästhesieambulanz im Pav.27 speziell für Schwangere und ihre Partner gegeben.

Schmerztherapie bei Kaiserschnitt und bei der Behandlung von Wundschmerzen:
Die höchstmögliche Sicherheit ist uns für die Kaiserschnittentbindung ebenso wichtig wie das bewußte Miterleben der Geburt. Daher bieten wir vorrangig eine Spinalanästhesie zur Kaiserschnittentbindung an. Die Schnittentbindung ist schmerzfrei und ermöglicht das Erleben der Geburt. Die Wundschmerzen nach der Operation werden ernst genommen und bereits im Aufwachraum mit Schmerzmedikamenten behandelt. Für die seltene Situation sehr starker Wundschmerzen steht ein Schmerzdienst über 24 Stunden zur Verfügung.
Für den seltenen Fall von Narbenschmerzen steht unsere Schmerzambulanz mit viel Erfahrung in diesem Spezialgebiet nach Voranmeldung zur Verfügung

7. Wie wird dem "Wohlfühlfaktor" während der Geburt Rechnung getragen?

Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Intimsphäre der Frau zu wahren. Wir versuchen daher Störfaktoren so gering wie möglich zu halten (z.B. Versorgungsprozesse und Anzahl der Personen im Entbindungszimmer).

Moderne Gebärbetten sowie Bälle, Matten, Gebärhocker, Sprossenwand und an der Decke befestigte Tücher zum Festhalten ermöglichen den Gebärenden das Einnehmen verschiedenster Positionen. Je nach Situation erhält die Gebärende von den betreuenden Hebammen Vorschläge, welche Positionen für die entsprechende Geburtsphase besonders geeignet sind.

Das Angebot der kabellosen Herzton- und Überwachung der Wehen erleichtert die Bewegungsfreiheit während der Geburt.

Gedämpftes Licht, die Möglichkeit, Musik zu spielen sowie die heimelige Atmosphäre der Entbindungszimmer tragen zum Wohlfühlen während der Geburt bei.

Einige Hebammen aus unserem Team sind zudem qualifiziert, den Frauen die Geburt durch Akupunktur, Aromatherapie, Homöopathie, Massagen, TCM und/oder Hypnose zu erleichtern.

Vor allem aber sind der Partner bzw eine andere Begleitperson des Vertrauens für das psychische Wohlbefinden der Gebärenden wichtig und werden deshalb entsprechend einbezogen.

8. Wie steht Ihre Abteilung zur Anwendung von komplementärmedizinischen Methoden (Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie, ect.)?

Komplementärmedizinische Methoden komplettieren eine ganzheitliche Betreuung der Gebärenden. Daher wird an unserer Abteilung Akupunktur von einigen dafür zertifizierten Hebammen sowohl als Maßnahme zur Geburtseinleitung als auch zur Unterstützung der Wehentätigkeit sowie zur alternativen Schmerzerleichterung angeboten.
z.B. Moxen bei Steißlage des Kindes

Momentan sind wir bestrebt, die Aromatherapie als unterstützende Maßnahme an der Abteilung zu implementieren. Die dafür ausgebildeten Hebammen stehen bereits zur Verfügung.

Ebenso kommen auch komplementärmedizinische Methoden in der Kinderheilkunde zum Einsatz wie Homöopathie oder Kraniosakraltherapie (z.B. nach schwierigen Geburten wie Vakuumextraktion = Saugglockengeburt).

9. Wie wird an Ihrer Abteilung das Bonding (Beziehungsaufbau) nach Spontangeburt bzw. nach Kaiserschnitt unterstützt?

Bonding ist der natürlichste Beginn der Mutter-Kind-Beziehung mit weitreichenden und nachhaltigen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind, besonders aber auch die beste Voraussetzung für eine gute und langdauernde Stillbeziehung. Auf die Bedeutung des ununterbrochenen Kontaktes des Babys zu seiner Mutter nach der Geburt weisen wir bereits in der Geburtsvorbereitung hin. Die Durchführung „skin-to-skin“ (Hautkontakt Mutter-Kind) wird mit den werdenden Eltern möglichst schon vorher besprochen. Unmittelbar nach der Entbindung kommt das Neugeborene auf die Brust der Mutter, wenn der Zustand von Mutter und Kind das erlauben, was bei den allermeisten Geburten der Fall ist. Wir streben danach, die Bonding-Situation ohne Unterbrechung zumindest solange beizubehalten, bis das Baby an der Brust gesaugt hat und danach eingeschlafen ist. Alle nicht sofort notwendigen pflegerischen oder kinderärztlichen Maßnahmen wie Baden, Messen und Wiegen, Blutzuckerkontrollen o.ä. werden erst danach durchgeführt.

Bonding erfolgt nicht nur nach einer normalen Geburt. Bonding ist auch besonders wichtig bei einer schwierigen Geburt wie Kaiserschnitt oder Saugglocke, da der Stress für Mutter und Kind beim Bonding wieder aufgelöst wird. Die Mutter hat, wenn sie ihr Kind bei sich spürt, auch keine Angst mehr um seine Gesundheit. Die Mutter-Kind-Bindung kann auf diese Weise – trotz der erschwerten Situation – von Anfang an aufgebaut werden.
Die weitere Betreuung unserer Mütter in Rooming-in-Einheiten führt naturgemäß zur Fortsetzung des Bondings auch nach Verlassen des Kreissaals. An unserer geburtshilflichen Abteilung wird daher das postpartale Bonding von allen Berufsgruppen (Hebammen, Geburtshelfer/Innen, Anästhesist/Innen, KinderärztInnen und Kinderschwestern) aktiv gefördert und unterstützt.

10. Welche Unterstützung gibt es an Ihrer Abteilung für Frauen, denen es während oder nach der Geburt psychisch oder sozial nicht gut geht?

Eine von Hebammen geführte Wochenbettstation ermöglicht eine fachlich qualifizierte Zuwendung in einer besonderen Zeit. Tägliche Gespräche während der Hebammenvisite unterstützen die Frauen im Umgang mit Ihrer Mutterschaft im frühen Wochenbett.

Weitere Unterstützungsangebote unserer Abteilung :
• Klinische Psychologin der Abteilung ( für stationäre Patientinnen)
• FEM- Elternambulanz ( für ambulante Patientinnen)
• GUT BEGLEITET- Frühe Hilfen WIEN
• Klinischer Verbindungsdienst der MAG 11
• Für Frauen mit einer psychiatrischen Erkrankung: Betreuung in enger Zusammenarbeit mit Frau Dr. Rainer-Lawugger/OWS

In Zusammenarbeit mit der Gynäkologisch-Geburtshilflichen Abteilung bietet eine psychologisch-psychotherapeutische Spezialambulanz, FEM- Elternambulanz im Pavillon 20, im Anschluß an die geburtshilflichen ambulanten Angebote, eine diagnostische Abklärung von möglichen psychischen und sozialen Belastungsfaktoren während der Schwangerschaft oder nach der Geburt. Im Sinne der Prävention von prä-, peri- sowie postpartaler psychischer Störungen werden in der Folge angemessene frühzeitige Maßnahmen in Form von Orientierungsgesprächen, Diagnostik, Krisenintervention, Entlastungsgesprächen sowie Kurzbegleitung im ambulanten Rahmen geboten. Bei Bedarf Weitervermittlung von längerfristigen Betreuungsformen. Ziel der FEM-Elternambulanz ist es, möglichst früh Gefährdungspotentiale bei Frauen zu erkennen und rasch und niederschwellig psychische sowie soziale Unterstützung anzubieten (Beratungsangebot in mehreren Sprachen wie Türkisch- und Polnisch) . Dank der sehr guten Anbindung an die Schwangerenambulanz und Geburtsstation kann schon bei Anmeldung zur Geburt die Gefährdung der schwangeren Frauen erfasst und eine Unterstützung während der Schwangerschaft angeboten werden. Über die psychologisch-psychotherapeutische Präsenz an der Wochenbett-Station ist es möglich, unmittelbar Kontakt mit den jungen Müttern aufzunehmen, um sie über das Angebot der Elternambulanz zu informieren und gegebenenfalls ein erstes Treffen zu vereinbaren. Unterstützend zu den persönlichen Gesprächen werden Informationsfolder an die Frauen verteilt, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, auch bei später auftretenden Problemen Hilfe finden zu können.

11. Wie steht Ihre Abteilung zur Inanspruchnahme von Rooming in?

Rooming in wird an unserer Abteilung selbstverständlich angeboten, da die Vorteile – wie bessere Stillerfolge -unbestritten sind. Die Wöchnerin wird  in enger Zusammenarbeit mit Hebammen und Kinderschwestern in dieser ersten Zeit des Kennenlernens ihres Babys kompetent, einfühlsam und individuell betreut. Dabei werden die Voraussetzungen für ein sicheres Gefühl im Umgang mit dem Baby und dem Stillen  gelegt.

 

Die tatsächliche Inanspruchnahme unseres 24h-Angebots hängt von vielen Faktoren wie dem Gesundheitszustand der Mutter und des Neugeborenen sowie deren individuellen Bedürfnissen ab. Dann kann das Neugeborene im Kinderzimmer betreut und versorgt.

Unser Ziel ist es, die Mutter gut informiert und gestärkt in ihrer mütterlichen Kompetenz nach Hause entlassen  zu können. Wir stehen dann auch weiterhin für Anfragen telefonisch zur Verfügung.

12. Welchen Zugang hat Ihre Abteilung zum Thema Stillen?

Stillen ist nicht nur die natürlichste, sondern die in jeder Hinsicht beste Ernährungsform für einen Säugling mit positiven Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit sowie die Intelligenz des gestillten Kindes. Die positiven Einflüsse reichen weit über das Säuglingsalter hinaus, sie bestimmen nachhaltig den Gesundheitszustand des erwachsenen Menschen und – über epigenetische Mechanismen – auch nachkommender Generationen.
Stillen ist somit die effektivste Präventivmaßnahme im Gesundheitssystem.
Aus diesem Grunde wird an unserer Abteilung aktive Stillförderung angeboten, wobei wir gemäß den WHO-Richtlinien zur Förderung des Stillens vorgehen:
(Die Stationsleitung der Hebammen, Kinderschwestern und Kinderärzt/Innen sind ausgebildete IBCLCs, zertifizierte Stillberaterinnen, die ihre langjährige Erfahrung mit Neugeborenen einbringen.)
Die Eltern werden bereits während der Geburtsvorbereitung auf die Bedeutung des Stillens hingewiesen. Eine eigene Stillvorbereitungsgruppe ist für den Herbst dieses Jahres geplant.
Postpartales Bonding und ausschließliche Rooming-in-Pflege ermöglichen ein Anlegen nach Bedarf des Kindes und damit eine natürliche Anregung der Laktation (Milchbildung) und vermindern Probleme beim Milcheinschuß.
Im Wochenbett erfolgt die Stillberatung individuell, wofür rund um die Uhr erfahrene Hebammen und Kinderschwestern den Müttern zur Verfügung stehen, ebenso während der täglichen Visiten.
Es ist uns ein großes Anliegen, auch bei schwierigem Stillbeginn – wegen gesundheitlichen Problemen von Mutter oder Kind (wie zum Beispiel bei sehr kleinen Frühgeborenen) eine positive Stillerfahrung zu ermöglichen, besonders dann, wenn Mutter und Kind voneinander getrennt sind. In diesen speziellen Situationen arbeiten wir mit den IBCLC-Stillberaterinnen der Neonatologischen Abteilung eng zusammen.
Weitere Informationen über unsere Schwerpunkte erhalten Sie auf der Homepage unserer Stillambulanz.

13. Inwieweit wird an Ihrer Abteilung auf kulturelle Wünsche/Anforderungen eingegangen?

Die Geburt ist ein personales wie „kultürliches“ Ereignis.
Insofern ist es wichtig, kulturelle Vorgaben zu beachten und die Gebärende soweit wie möglich in ihren inkulturierten Wünschen zu unterstützen.
Deswegen sind Hebammen wie GeburtshelferInnen stets bemüht nach Maßgabe der Möglichkeiten, diese zu berücksichtigen.

Oftmals geäußerte Wünsche nach einer weiblichen Geburtshelferin werden nach Maßgabe unserer Personalsituation zu berücksichtigt, können aber nicht flächendeckend rund um die Uhr gewährleistet werden.
Es kann nicht sichergestellt werden, daß immer eine weibliche Geburtshelferin im Dienst ist.

Die Abteilung legt großen Wert auf einen respektvollen und kultursensiblen Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund.

Das Wilhelminenspital versucht auf kulturelle Wünsche/Anforderungen in Punkto Ernährung, wie folgt , einzugehen:

• Aufnahmekost ohne Schweinefleisch
• Stillkost ohne Schweinefleisch

14. Wie geht Ihre Abteilung mit dem Thema Fremdsprachlichkeit um?

Das geburtshilfliche Team zeichnet sich u.a. durch seine multikulturelle Zusammensetzung aus.

Folgende Fremdsprachen können daher durch das Team abgedeckt werden:

Arabisch
Englisch
Französisch
Hindi
Italienisch
Pashto
Panjabi
Polnisch
Russisch
Serbo-Kroatisch
Spanisch
Türkisch
Urdu

Gebärdensprache

Wir begrüßen prinzipiell das Mitbringen eines Dolmetschers.

15. Wie steht Ihre Abteilung zur ambulanten Geburt bzw. zur frühen ("vorzeitigen") Entlassung?

Wir fördern die ambulante Geburt bzw. auch die vorzeitige Entlassung nach Hause. Innerhalb von 48 Stunden kann auch die kinderärztliche Diagnostik abgewickelt werden.
Nirgendwo ist die postpartale Phase so gut zu verleben, wie zu Hause – in einer vertrauten Umgebung – im Kreise der Familie, vorausgesetzt, daß dort eine entsprechende Unterstützung vorhanden ist.
Voraussetzung für eine ambulante Geburt stellt die Gewährleistung der Nachsorge durch Hebamme und Kinderarzt dar – sie muss uns von der Mutter bekannt gegeben werden.

Wir entlassen vorzeitig am 2. Tag nach einer unkomplizierten Spontangeburt und am 4. Tag bei unkompliziertem Verlauf nach Kaiserschnitt.

Bei einer ambulanten Geburt oder einer vorzeitigen Entlassung hat die Wöchnerin einen Anspruch auf einen Hausbesuch durch eine Hebamme. Diese Besuche können entweder direkt über die Krankenkasse oder auf Wahlhebammenbasis abgerechnet werden.

Eine dementsprechende Liste erhält die Schwangere im Rahmen der Anmeldung zur Geburt oder auf der Wochenbettstation.