St. Josef Krankenhaus

Daten und Fakten

Geburten pro Jahr 2160
Dammschnitt (Episiotomierate) bei natürlichen Geburten 7.2%
Kaiserschnittrate 23.1%
Anteil geplante (primäre) Kaiserschnitte 30.5%
Anteil ungeplante (sekundäre) Kaiserschnitte 69.5%
Rückenmarksnarkose (Peridural-/Spinalanästhesierate) bei Kaiserschnitt 92.8%
(Jahr 2015)
Aus welchen fest angestellten Berufsgruppen besteht Ihr Team neben Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonal und Hebammen? verfügbar
Psychologinnen und Psychologen
Physiotherapeutinnen und Psychotherapeuten
Diätologinnen und Diätologen
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
Angebote für werdende Mütter
Angebot verfügbar kostenfrei
Schwangerschaftsgymnastik
Geburtsvorbereitungskurse
Psychologische / Psychosomatische Ambulanz bzw. Beratung
Akupunktur
Homöopathie
Einzelgespräch mit Hebammen
Wieviele Geburtszimmer gibt es?: 4
Wie sind diese standardmäßig ausgestattet? verfügbar
Gebärhocker
Geburtsrad
Pezzi-Ball
Sprossenwand
eigene Nasseinheit / WC
Anzahl der Gebärwannen:1
Betreuung ab Schwangerschaftswoche:34
Angebot verfügbar
Ist an Ihrer Abteilung eine hebammengeleitete Geburt möglich?
Ist an Ihrer Abteilung eine Wahlhebammengeburt möglich?
Ist rund um die Uhr ein/e NeonatologIn vor Ort?
Ist eine Peridural- bzw. Spinalanästhesie jederzeit möglich?
Angebote für Mütter und Neugeborene
Angebot verfügbar kostenfrei
Klinische Untersuchung des Neugeborenen
Hüftultraschall
Hörtest
Laserbehandlung bei wunden Brustwarzen
Sozialberatung
Stillberatung
Ernährungsberatung
Psychologische Betreuung bei postpartalen Problemen
Wochenbettgymnastik
Rückbildungsgymnastik
Stillgruppe
Babyturnen
Babymassage
Anzahl der Familienräume: 0
Anzahl der Wöchnerinnen Zimmer
Allgemeinklasse
Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer 2
Drei- oder Vier-Bett-Zimmer 5
Fünf oder mehr Betten 0
Sonderklasse
Ein-Bett-Zimmer 4
Zwei-Bett-Zimmer 2
routinemäßige Entlassung nach einer Spontangeburt in Tagen3
routinemäßige Entlassung nach einem Kaiserschnitt in Tagen5

1. Beschreiben Sie bitte die geburtshilfliche Philosophie Ihrer Abteilung.

Pro Jahr kommen im St. Josef-Krankenhaus rund 2.000 Kinder zur Welt. Die hohe Anzahl an Frauen, die bei uns ihr Kind zur Welt bringen möchten, bestätigt unsere Ausrichtung auf eine möglichst natürliche Geburt, verbunden mit der Sicherheit eines Klinikbetriebes. Trotz der Größe unserer Abteilung bieten wir den werdenden Müttern eine sehr individuelle Betreuung in einem liebevollen Umfeld.

Unsere Philosophie ist einfach: Wir lassen der Natur größtmöglichen Entfaltungsspielraum – und können dabei jederzeit auf das Sicherheitsnetz der modernen Medizin zurückgreifen. Wir sind einige der wenigen Geburtskliniken, in denen Fachärztinnen und Fachärzte mit langjähriger Erfahrung in der Spontanentbindung bei Beckenendlage arbeiten.

Nach Möglichkeit gehen wir auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der werdenden Mütter in der Schwangerschaft sowie während und nach der Geburt ein. Sie finden in unserem Haus eine Reihe an Möglichkeiten, um die Geburt ihres Kindes ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten und zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Dabei setzen wir auf fachlich kompetente Betreuung, menschliche Zuwendung und ein medizinisches Angebot auf höchstem Niveau.

2. Beschreiben Sie bitte möglichst aus Sicht der Frau, wie eine problemlose Geburt an Ihrer Abteilung abläuft.

Nach der Erstuntersuchung (inkl. CTG) wird die Mutter von einer Hebamme in ein Kreißzimmer begleitet. Während des Geburtsverlaufs gehen wir auf ihre Wünsche ein; sie soll das erhalten, was ihr gut tut. Sie kann die Gebärposition selbst auswählen, ein Entspannungsbad nehmen oder das Angebot warmer Wickel und Massagen nutzen. Die Herztöne des Kindes werden regelmäßig überwacht, der Muttermund bei Bedarf untersucht. Sind die Schmerzen zu groß, stehen Mittel der Alternativmedizin, schmerzlindernde Medikamente oder ein Kreuzstich (PDA) zur Verfügung. Insgesamt versuchen wir, dem natürlichen Prozess seinen Lauf zu lassen und in den Verlauf der Geburt nicht zu sehr einzugreifen.

Der Vater des Kindes oder eine andere Vertrauensperson können bei der Geburt unterstützen und motivieren. Dimmbares Licht, Musik oder Aromaöle sorgen für eine heimelige Atmosphäre. Bei einer problemlosen Geburt erfolgt die Betreuung ausschließlich durch eine Hebamme, während der letzten Minuten ist auch eine Ärztin oder ein Arzt dabei. Für den Fall von Komplikationen sind immer Gynäkologinnen und Gynäkologen anwesend; eine Anästhesistin oder ein Anästhesist und eine Kinderärtzin oder ein Kinderarzt sind rufbereit.

Ist das Kind geboren, halten wir uns dezent im Hintergrund, um der neuen Familie ein ungestörtes erstes Kennenlernen zu ermöglichen („Bonding“). Das Neugeborene liegt auf dem Bauch der Mutter, auch das erste Anlegen findet in dieser Zeit statt. Nach der Geburt kommen Mutter und Kind zur Weiterbetreuung auf die Station mit Rooming-in. Handelt es sich um eine ambulante Geburt, können die beiden wenige Stunden nach der Geburt direkt aus dem Kreißzimmer entlassen werden.

3. Wie ist der Umgang Ihrer Abteilung mit dem Thema Wunsch-Kaiserschnitt?

Im St. Josef-Krankenhaus ist es uns ein besonderes Anliegen, Frauen eine natürliche Geburt zu ermöglichen und sie auf diesem Weg gut zu unterstützen. Wir sind bestrebt, einen Kaiserschnitt nur bei medizinischer Notwendigkeit durchzuführen. Nach einem ausführlichen Patientengespräch und dem Abwägen von Risikofaktoren ist ein Kaiserschnitt aus nicht-medizinischen Gründen ebenfalls möglich.

4. Wie ist die Einbindung der Begleitperson während des Geburtprozesses (auch bei Kaiserschnitt) organisiert?

Im St. Josef-Krankenhaus kann die werdende Mutter während des gesamten Geburtsprozesses von einer Vertrauensperson (der Vater des Kindes oder eine andere enge Bezugsperson) begleitet werden. Dies wird von den Frauen meist als sehr wertvolle Unterstützung wahrgenommen. Eine durchgehende Anwesenheit der Begleitperson ist in der Regel auch im Falle eines Kaiserschnitts möglich.

5. Inwieweit kann die Frau die Gebärposition auswählen?

Grundsätzlich kann und soll im St. Josef-Krankenhaus die werdende Mutter die Geburtsposition frei wählen. Aus Gründen der Physiologie versuchen wir jedoch die aufrechte Gebärposition zu fördern. Die Gebärposition kann nur dann nicht frei gewählt werden, wenn aufgrund von Komplikationen Interventionen nötig sind.

6. Beschreiben Sie bitte, wie der Umgang mit Schmerzen gehandhabt wird.

Wir versuchen zunächst, die Frau so zu motivieren und zu unterstützen, dass sie mit dem Geburtsschmerz ohne die Gabe von Medikamenten gut zurechtkommt. In vielen Fällen reicht die schmerzdämpfende Wirkung der (Glücks-)Hormone, die bei der Geburt produziert werden.

Wird der Geburtsschmerz zu stark, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, von Mitteln der Alternativmedizin (Homöopathie, Akupunktur, Bachblüten) über schmerzlindernde Medikamente bis hin zum Kreuzstich (PDA). Grundsätzlich versuchen wir auch beim Thema Schmerz so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig in den physiologischen Prozess einzugreifen.

7. Wie wird dem "Wohlfühlfaktor" während der Geburt Rechnung getragen?

Während des gesamten Geburtsprozesses achten wir darauf, dass die werdende Mutter sich wohlfühlt und sie das erhält, was ihr gut tut. Die Frauen können selber wählen, welche Kleidung sie tragen, welche Geburtsposition sie einnehmen, und wie sie mit dem Geburtsschmerz umgehen möchten. Sie erhalten für die Geburt ihres Kindes die Zeit, die sie brauchen. Eine Begleitperson kann die ganze Zeit anwesend sein und die Frau motivieren und unterstützen.

Unsere Kreißzimmer sind nach farbpsychologischen Grundsätzen sehr ansprechend eingerichtet. Durch die Wirkung der Farben verlieren sie den Krankenhauscharakter und laden dazu ein, sich zu entspannen und wohl zu fühlen. Fast alle Räume sind mit einer Couch ausgestattet, sodass sich auch der Partner bzw. die Begleitperson ausruhen kann. Dimmbares Licht, selbst mitgebrachte Musik oder Aromaöle sorgen ebenfalls für das Wohlbefinden der werdenden Mutter. Die Intimsphäre wird durch ein strenges Besucherverbot im Kreißzimmerbereich geschützt.

8. Wie steht Ihre Abteilung zur Anwendung von komplementärmedizinischen Methoden (Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie, ect.)?

Im St. Josef-Krankenhaus werden komplementärmedizinische Methoden gefördert und auf Wunsch gerne angewendet. Um den Frauen den Umgang mit dem Geburtsschmerz zu erleichtern, setzen wir neben schmerzlindernden Medikamenten oder Kreuzstich (PDA) häufig auch komplementärmedizinische Methoden wie Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie oder Bachblüten ein.

Akupunktur wird von vielen Frauen auch zur Vorbereitung auf die Geburt oder zur Behandlung von Schwangerschaftsbeschwerden (Sodbrennen, Übelkeit, Wassereinlagerungen etc.) angewendet. Im Wochenbett werden die Kinder bei Bedarf homöopathisch behandelt.

9. Wie wird an Ihrer Abteilung das Bonding (Beziehungsaufbau) nach Spontangeburt bzw. nach Kaiserschnitt unterstützt?

Ist das Baby geboren, halten wir uns dezent im Hintergrund, um der neuen Familie ein ungestörtes erstes Kennenlernen zu ermöglichen. Dabei liegt das Neugeborene warm zugedeckt und in direktem Hautkontakt auf dem Bauch der Mutter, auch das erste Anlegen findet in dieser Zeit statt. Erst danach werden die Babys gewogen und gemessen.

In jedem Zimmer befindet sich eine Versorgungseinheit für das Neugeborene, sodass auch nach der Geburt Mutter und Kind (gemeinsam mit der Begleitperson) die ganze Zeit zusammen bleiben können. Etwa zwei bis drei Stunden nach der Geburt verlassen Mutter und Kind den Kreißzimmerbereich.

Im St. Josef-Krankenhaus wird zusätzlich das sogenannte Sectio Bonding durchgeführt: Auch bei einem Kaiserschnitt – geplant oder ungeplant – wird das Kind direkt nach der Geburt und noch im Operationssaal warm zugedeckt auf die Brust der Mutter gelegt. Damit kann auch bei einem Kaiserschnitt der Kennenlernprozess unmittelbar nach der Geburt des Kindes stattfinden, und die Mutter-Kind-Bindung wird nicht unterbrochen.

10. Welche Unterstützung gibt es an Ihrer Abteilung für Frauen, denen es während oder nach der Geburt psychisch oder sozial nicht gut geht?

Eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter der MA 11 ist zweimal in der Woche im St. Josef-Krankenhaus und unterstützt Frauen bei rechtlichen, finanziellen oder auch persönlichen Fragen.

Leiden die Frauen unter psychischen Belastungen und/oder psychischen Problemen, stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Psychotherapie und klinische Psychologie sowohl vor als auch nach der Geburt gerne zur Verfügung. Weitere Unterstützung und Gesprächsangebote bietet auch die Krankenhausseelsorge im St. Josef-Krankenhaus.

Haben Frauen einen speziellen Betreuungsbedarf, erhalten Sie bei uns Informationen über externe Einrichtungen und Spezialistinnen oder Spezialisten, die Unterstützung bieten können.

11. Wie steht Ihre Abteilung zur Inanspruchnahme von Rooming in?

Ein besonderes Anliegen ist uns, den intensiven Kontakt zwischen Mutter und Kind von Geburt an zu fördern. Daher bieten wir im St. Josef-Krankenhaus durchgehend Rooming-in. Dies bedeutet, dass Mutter und Kinder immer beisammen sind, Tag und Nacht. Dies erzeugt große Nähe, und das Baby kann nach Bedarf gestillt werden. Bei Fragen oder Unsicherheiten stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit zur Verfügung.

12. Welchen Zugang hat Ihre Abteilung zum Thema Stillen?

Stillen ist im St. Josef-Krankenhaus ein sehr wichtiges Thema. Stillen ist viel mehr als Ernährung –Mütter geben ihrem Baby dadurch Wärme, Sicherheit und Geborgenheit.

Im Rahmen ihres Aufenthaltes im St. Josef-Krankenhaus erhalten die Mütter die Gelegenheit, das richtige Anlegen zu üben und die Trinkgewohnheiten ihres Kindes kennenzulernen. Bei Fragen oder Problemen erhalten sie Hilfe und Unterstützung durch unsere nach IBCLC (International Board Certified Lactation Consultants) zertifizierten Stillberaterinnen und unser bestens geschultes Pflegepersonal.

13. Inwieweit wird an Ihrer Abteilung auf kulturelle Wünsche/Anforderungen eingegangen?

Im St. Josef-Krankenhaus bieten wir allen Frauen, unabhängig von Herkunft und Kultur, die Möglichkeit, in einer sehr persönlichen und familiären Atmosphäre ihr Kind zur Welt zu bringen. Auf individuelle Bedürfnisse versuchen wir so gut und weit wie möglich einzugehen. Möchte beispielsweise eine Frau nur von weiblichem medizinischem Personal behandelt werden, versuchen wir diesen Wunsch – soweit organisatorisch möglich – zu erfüllen.

14. Wie geht Ihre Abteilung mit dem Thema Fremdsprachlichkeit um?

Zur besseren Verständigung mit unseren (werdenden) Müttern können wir auf fremdsprachiges Personal zurückgreifen: Insgesamt decken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des St. Josef-Krankenhauses – von Arabisch bis Ungarisch – mehr als 20 Sprachen ab. An der Abteilung für Geburtshilfe können die Frauen einen Großteil der Zeit auch auf Englisch, Ungarisch, Slowakisch und Polnisch betreut werden. Zwei unserer Ärztinnen sprechen Arabisch und Türkisch.

15. Wie steht Ihre Abteilung zur ambulanten Geburt bzw. zur frühen ("vorzeitigen") Entlassung?

Für Mütter, die auf die Sicherheit eines Krankenhauses nicht verzichten, aber bald wieder in das gewohnte Umfeld zurückkehren möchten, bieten wir die Möglichkeit der ambulanten Geburt. Mit einer Rate von 16 Prozent liegt das St. Josef-Krankenhaus weit über dem durchschnittlichen Wert in Österreich.

Verläuft die Geburt ohne Komplikationen, kann die Frau wenige Stunden später mit ihrem Kind nach Hause gehen. Voraussetzung ist, dass die beiden auch zu Hause von einer Hebamme nachbetreut werden. Dafür steht ein großer Pool an freiberuflichen Hebammen sowie teilweise auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiteraus dem Team des St. Josef-Krankenhauses zur Verfügung. Darüber hinaus ist ein Besuch bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt innerhalb der ersten Lebenswoche des Neugeborenen notwendig, um die erste kinderärztliche Mutter-Kind-Pass-Untersuchung durchführen zu lassen.