SMZ Süd – Kaiser-Franz-Josef-Spital

Daten und Fakten

Geburten pro Jahr 1150
Dammschnitt (Episiotomierate) bei natürlichen Geburten 15.7%
Kaiserschnittrate 24.9%
Anteil geplante (primäre) Kaiserschnitte 43.4%
Anteil ungeplante (sekundäre) Kaiserschnitte 56.6%
Rückenmarksnarkose (Peridural-/Spinalanästhesierate) bei Kaiserschnitt 80%
(Jahr 2015)
Aus welchen fest angestellten Berufsgruppen besteht Ihr Team neben Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonal und Hebammen? verfügbar
Psychologinnen und Psychologen
Physiotherapeutinnen und Psychotherapeuten
Diätologinnen und Diätologen
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
Angebote für werdende Mütter
Angebot verfügbar kostenfrei
Schwangerschaftsgymnastik
Geburtsvorbereitungskurse
Psychologische / Psychosomatische Ambulanz bzw. Beratung
Akupunktur
Homöopathie
Einzelgespräch mit Hebammen
Wieviele Geburtszimmer gibt es?:
Wie sind diese standardmäßig ausgestattet? verfügbar
Gebärhocker
Geburtsrad
Pezzi-Ball
Sprossenwand
eigene Nasseinheit / WC
Anzahl der Gebärwannen:1
Betreuung ab Schwangerschaftswoche:30
Angebot verfügbar
Ist an Ihrer Abteilung eine hebammengeleitete Geburt möglich?
Ist an Ihrer Abteilung eine Wahlhebammengeburt möglich?
Ist rund um die Uhr ein/e NeonatologIn vor Ort?
Ist eine Peridural- bzw. Spinalanästhesie jederzeit möglich?
Angebote für Mütter und Neugeborene
Angebot verfügbar kostenfrei
Klinische Untersuchung des Neugeborenen
Hüftultraschall
Hörtest
Laserbehandlung bei wunden Brustwarzen
Sozialberatung
Stillberatung
Ernährungsberatung
Psychologische Betreuung bei postpartalen Problemen
Wochenbettgymnastik
Rückbildungsgymnastik
Stillgruppe
Babyturnen
Babymassage
Anzahl der Familienräume:
Anzahl der Wöchnerinnen Zimmer
Allgemeinklasse
Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer 10
Drei- oder Vier-Bett-Zimmer 0
Fünf oder mehr Betten 0
Sonderklasse
Ein-Bett-Zimmer 8
Zwei-Bett-Zimmer 0
routinemäßige Entlassung nach einer Spontangeburt in Tagen3
routinemäßige Entlassung nach einem Kaiserschnitt in Tagen4

1. Beschreiben Sie bitte die geburtshilfliche Philosophie Ihrer Abteilung.

Gesunde Mutter, gesundes Kind, zufriedene Eltern

Unser Haus betreut hier im neuen Mutter Kind Zentrum rund 1800 Geburten ab der 30. Schwangerschaftswoche, mit dem Jahr 2017 sollen auch Geburten ab der 28. Schwangerschaftswoche übernommen werden. Wir bieten Ihnen fachkompetente und menschlich einfühlsame Betreuung. Ihre individuellen und kulturellen Bedürfnisse sind uns wichtig. Wir sind ein Team bestehend aus Hebammen, Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Psychologinnen und Psychologen, Sekretärinnen und Sekretären sowie einem Serviceteam. Viele Mitglieder dieses Teams haben Migrationshintergrund, somit leben und erleben wir dies als Normalität und lernen viel voneinander.

2. Beschreiben Sie bitte möglichst aus Sicht der Frau, wie eine problemlose Geburt an Ihrer Abteilung abläuft.

Bei Beginn der Geburt erfolgt die Aufnahme von Ihnen (Frau am Geburtstermin mit Wehen oder Blasensprung) in den Kreißsaal durch die Hebamme. Der Zustand des Kindes wird mit CTG (Herztonschreibung) und bei Bedarf auch mit Ultraschall beurteilt. Der Geburtsfortschritt (vaginaler Befund) wird von der Hebamme erhoben und zumeist erfolgt auch eine Blutabnahme. Da wir nicht wissen, ob bei der Geburt Medikamente notwendig sein könnten, bekommen Sie auch einen venösen Zugang. Während der frühen Eröffnungsphase der Geburt kann es sein, dass wir Sie nochmals auf die Bettenstation verlegen, um zu warten bis die Wehen stärker werden. Bei stärkeren Wehen kommen Sie wieder zurück in den Kreißsaal. Dort werden Sie weiter von der Hebamme betreut. Die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt wird über die Aufnahme informiert. Bei unauffälliger Anamnese wird die Geburt selbständig von der Hebamme geleitet. Je nach Notwendigkeit und nach Absprache mit Ihnen wird die Hebamme evtl. schmerzlindernde Maßnahmen setzen (Entspannungsbad, Massage, Peziball, Medikamente). Die Fachärztin bzw. der Facharzt wird über Ihren Zustand, den Zustand Ihres Kindes und den Geburtsfortschritt regelmäßig informiert. Selbstverständlich steht Ihnen mit unseren Anästhesistinnen und Anästhesisten auch eine Regionalanästhesie (‚Kreuzstich‘) zur Verfügung.

Zur Geburt wird eine Ärztin oder ein Arzt hinzugezogen. Sie und Ihr Kind bleiben für weitere zwei Stunden im Kreißsaal. Während dieser Zeit werden Sie und Ihr Kind von der Hebamme versorgt, beim Bonding unterstützt und Stillhilfe angeboten. Nach zwei Stunden werden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf das Wochenbett verlegt.

3. Wie ist der Umgang Ihrer Abteilung mit dem Thema Wunsch-Kaiserschnitt?

Grundsätzlich gibt es an unserer Abteilung keinen Wunschkaiserschnitt. Wir führen Kaiserschnitte nur aus medizinischen Gründen (mütterliche oder für Ihr ungeborenes Kind) durch.

Wir sind Ihrer Gesundheit und der zukünftigen Gesundheit Ihres ungeborenen Kindes verpflichtet. Bei unauffälliger Schwangerschaft und Geburtsverlauf ist eine spontane Geburt viel gesünder für Sie und Ihr Kind. Durch einen Kaiserschnitt erhöht sich das Risiko für folgende Erkrankungen für Ihr Kind:

  • Heuschnupfen: zwischen 37 und 78 % (die höchsten Werte für wiederholte Sectiones)
  • Asthma: zwischen 24 und 83 % (die höchsten Werte für wiederholte Sectiones)
  • Zoeliakie: 80%
  • Diabetes Mellitus Typ I: 19%
  • Gastroenteritis:31 %

Wir nehmen Ihre Ängste und Sorgen sehr ernst und suchen nach den möglichen Ursachen, welche zum Wunsch nach einem Kaiserschnitt führen. Durch Gespräche mit Hebammen, Ärztinnen und Ärztensowie Psychologinnen und Psychologen versuchen wir die Bedenken gegenüber einer normalen Geburt auszuräumen und somit ein schönes Geburtserlebnis zu ermöglichen. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir nur in seltensten Ausnahmefällen einen Kaiserschnitt ohne medizinischen Grund durchführen werden.

4. Wie ist die Einbindung der Begleitperson während des Geburtprozesses (auch bei Kaiserschnitt) organisiert?

Bei jeder Geburt können Sie eine Begleitperson Ihrer Wahl mitnehmen. Diese Person darf Sie gerne aktiv unterstützen. Im Falle eines Kaiserschnittes bleibt die Begleitperson weiter im Kreißsaal. Nach der Erstversorgung wird das Kind, sobald es möglich ist, zur Begleitperson gebracht. Nach dem Kaiserschnitt bekommen Sie selbstverständlich ebenfalls sofort Ihr Neugeborenes zu sehen. Danach, wenn es Ihnen gut geht, wird das Baby gemeinsam mit Ihnen für weitere 3 Stunden im Kreißsaal betreut. Anschließend ist eine gemeinsame Verlegung aufs Wochenbett vorgesehen.

5. Inwieweit kann die Frau die Gebärposition auswählen?

Sie können Ihre Gebärposition selbst wählen. Da das Baby manchmal „mitreden möchte“ und bei einer bestimmten Position mit den Herztönen sein Unwohl zeigt, muss die Hebamme sowohl auf Ihre Bedürfnisse wie auch auf das Wohlergehen Ihres Kindes achten. Wir bieten verschiedene Geburtspositionen an: Liegend, Seitenlage, sitzend, Vierfüßlerstand, Hocker, Wassergeburt etc.

6. Beschreiben Sie bitte, wie der Umgang mit Schmerzen gehandhabt wird.

Wehen sind schmerzhaft aber notwendig, um die Geburt Ihres Kindes überhaupt zu ermöglichen. Durch die „Wehen“ öffnet sich der Weg, damit das Kind durch die Scheide geboren werden kann. Die Intensität der Wehen zeigt uns den Geburtsanfang, Geburtsfortschritt und Beginn des Durchtritts Ihres Kindes durch den Geburtskanal. Es ist uns wichtig, dass Sie sich mit dem Thema „Schmerzen bei der Geburt“ schon während der Schwangerschaft befassen. Die verschiedenen Atemtechniken sowie Ihre Ablenkung durch Bewegung, Wärme oder auch Massagen helfen mit dieser Situation besser umzugehen. In Geburtsvorbereitungskursen wird dieses Thema ausführlich besprochen und geübt. Jede Frau reagiert individuell auf Schmerzen. Deswegen benötigt jede Frau individuelle, auf Sie abgestimmte Maßnahmen. Ob alternative Schmerzerleichterung durch Massage, Wärme, Aromaöle oder Homöopathie, oder schmerzerleichternde Infusionen bzw. ein Kreuzstich – die Hebamme unterstützt Sie bei der Auswahl der richtigen Methode.

7. Wie wird dem "Wohlfühlfaktor" während der Geburt Rechnung getragen?

Bilder sagen mehr als tausend Worte – wir schaffen eine spezielle Wohlfühlatmosphäre durch:
Licht, Farbe, Duft, Musik

8. Wie steht Ihre Abteilung zur Anwendung von komplementärmedizinischen Methoden (Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie, ect.)?

Komplementärmedizinische Methoden wie Akupunktur, Homöopathie oder Aromatherapie sind fester Bestand unseres Angebotes. Akupunktur zur Geburtsvorbereitung bieten wir ab der 36. Schwangerschaftswoche an. Auch bei Schwangerschaftserbrechen in der Frühschwangerschaft kann Akupunktur angewendet werden.

9. Wie wird an Ihrer Abteilung das Bonding (Beziehungsaufbau) nach Spontangeburt bzw. nach Kaiserschnitt unterstützt?

Unmittelbar nach der Geburt wird Ihr Kind auf Ihren Bauch bzw. auf Ihre Brust gelegt. Durch diesen sofortigen Hautkontakt hat Ihr Baby die Möglichkeit Ihren Herzschlag wiederzuerkennen und ist beruhigt. Ebenfalls wird es Ihre Stimme wiedererkennen. Es ist der Beginn des gemeinsamen Lebens. Es sind bedeutsame und unvergessliche Momente, an die Sie sich zumeist für immer gerne erinnern. Nach einer kleinen Weile werden wir Sie dabei unterstützen, Ihr Kind anzulegen, um erste Saugversuche für ein gelungenes späteres Stillen zu ermöglichen.

Bei einem Kaiserschnitt wird mit dem Bonding so früh wie möglich begonnen. Dies hängt von den Umständen des Kaiserschnitts und der Art der Narkose (Regionalanästhesie oder Vollnarkose) ab.

10. Welche Unterstützung gibt es an Ihrer Abteilung für Frauen, denen es während oder nach der Geburt psychisch oder sozial nicht gut geht?

Unsere Abteilung bietet psychosoziale Schwangerenbegleitung an. Bei der Geburtsanmeldung erfolgt die Kontaktaufnahme mit Schwangeren, die psychisch und/oder sozial belastet sind. Im interdisziplinären Team aus Ärztinnen und Ärzten, Hebammen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Pflegekräften werden unsere individuellen Betreuungsangebote für Sie koordiniert. So können wir Krisensituationen rund um die Geburt vermindern oder vermeiden. Die psychosoziale Betreuung kann bei Bedarf auch nach der Geburt fortgesetzt werden.

11. Wie steht Ihre Abteilung zur Inanspruchnahme von Rooming in?

Mutter und Kind sind an unserer Abteilung seit 2011 eine fixe Einheit. Diese Einheit darf nur bei Erkrankungen der Mutter und/oder des Kindes getrennt werden. Ihr Kind hat daher seinen festen Platz bei Ihnen. Speziell geschulte und erfahrene Wochenbettschwestern und -pfleger unterstützen und begleiten Sie in diesen ersten, ganz besonderen Lebenstagen.

12. Welchen Zugang hat Ihre Abteilung zum Thema Stillen?

Die meisten unserer Mütter stillen und wollen dies auch. Wir unterstützen jede Mutter beim Stillen. Wir versuchen dies jeder Mutter, auch unter erschwerten Bedingungen, zu ermöglichen. Jegliche Werbung für Formulamilch bzw. ähnliche Produkte ist an unserer Abteilung untersagt.

13. Inwieweit wird an Ihrer Abteilung auf kulturelle Wünsche/Anforderungen eingegangen?

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus verschiedenen Kulturen und verschiedenste kulturelle/religiöse Bedürfnisse sind uns nicht fremd. Ihre Wünsche und Anforderungen werden selbstverständlich, soweit uns dies möglich ist, berücksichtigt. Wir bitten um Verständnis, dass bei uns alle Weltreligionen herzlich willkommen sind und daher jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ihre bzw. seine ganz persönlichen Grenzen hat. Unabhängig davon gelten die österreichischen Bundesverfassungsgesetze.

14. Wie geht Ihre Abteilung mit dem Thema Fremdsprachlichkeit um?

Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sprechen entweder von Geburt an oder durch die Schule/Ausbildung Fremdsprachen. Alle Fremdsprachen, die wir nicht sprechen, organisieren wir.

15. Wie steht Ihre Abteilung zur ambulanten Geburt bzw. zur frühen ("vorzeitigen") Entlassung?

Wenn Sie ambulant entbinden wollen, sind Sie bei uns herzlich willkommen. Teilen Sie uns Ihren Wunsch nach einer ambulanten Geburt frühzeitig − am besten bei der Geburtsanmeldung − mit, damit wir Sie über die dafür notwendigen organisatorischen Voraussetzungen umgehend informieren können.