Schmerzen

Es gibt heute mehrere Möglichkeiten, dass Frauen bei der Geburt weniger oder gar keine Schmerzen spüren. Dazu gehören zum Beispiel der Kreuzstich, auch Peridural-Anästhesie genannt, oder der Kaiserschnitt auf Wunsch, das heißt, ohne dass er notwendig ist. Diese Eingriffe gelten als modern und immer mehr Frauen nehmen sie in Anspruch. Manche Menschen glauben deshalb, dass die Schmerzen bei einer Geburt unerträglich sind und dass man sie am besten ganz vermeidet. Sie halten die Wehen-Schmerzen auch für unnötig und meinen, man sollte die Schmerzen behandeln.

Aber Wehen und Schmerzen gehören zu einer natürlichen Geburt dazu. Und die Schmerzen sind wichtig und sogar sinnvoll! Das sind einige Gründe dafür:

  • Der Geburtsschmerz macht Frauen aktiv. Wenn sich Frauen während der Geburt bewegen können, nehmen sie automatisch eine Stellung ein, die den Schmerz leichter macht. Das senkt auch den Druck auf den Kopf des Babys und damit den Stress für das Kind. Außerdem schützt sich die Mutter auf diese Weise selbst vor Verletzungen.
  • Der Schmerz bringt den Körper dazu, Hormone auszuschütten. Das gibt der Mutter besondere Kraft und Energie für die Geburt. Einige Hormone helfen aber auch dem Baby, mit der Anstrengung besser zurechtzukommen. Und sie unterstützen das Kind gleich nach der Geburt, wenn es sich an das Leben außerhalb der Mutter anpassen muss.
  • Durch den Schmerz produziert die Mutter Endorphine, das sind Hormone, die den Schmerz leichter machen. Das schützt sowohl die Mutter als auch das Baby vor zu starken Schmerzen. Niemals sonst im Leben hat eine Frau mehr Endorphine im Körper als nach der Geburt.
  • Geburtsschmerzen sind eine ganz besondere Erfahrung. Die meisten Frauen empfinden sich nach einer natürlichen Geburt als gestärkt und gereift. Das gibt Selbstvertrauen für das Leben als Mutter.

Eine gute Geburts-Vorbereitung kann viel dazu beitragen, dass die Geburt ein einzigartiges Erlebnis wird. Hier können Frauen und Paare lernen, welche Methoden bei der Geburt helfen können und wie man mit den Schmerzen am besten umgeht.

  • Die Geburt geht schneller voran, wenn sich die Frau bewegt, oder wenn sie steht oder aufrecht sitzt.
  • Bewusstes Atmen während der Geburt hilft, dass Mutter und Kind genug Sauerstoff bekommen. Das gibt gleichzeitig Kraft und Energie, und die Frau kann die Schmerzen besser ertragen.
  • In den Pausen zwischen den Wehen ist Entspannung ganz wichtig. Dann helfen Massagen, Berührungen, ein warmes Bad oder eine Wärmeflasche.
  • Wenn Frauen während der Geburt von einer vertrauten Person begleitet und unterstützt werden, brauchen sie weniger Schmerzmittel. Das ist erwiesen!

Es ist gut, dass die moderne Medizin mehrere Möglichkeiten kennt, die im Notfall einem Kind sicher auf die Welt helfen. Aber vertrauen Sie zuerst Ihrem Körper!